Top 3: Die besten Uhren bis 3.000 Euro

Wagt man sich in das Luxussegment der Uhrenwelt vor, sind nach oben praktisch keine Grenzen gesetzt. Uhren die mittlere sechsstellige Eurobeträge kosten und die einzig allein nach dem Prinzip gestaltet zu sein scheinen, je teurer desto besser sind führen den ursprünglichen Sinn der Uhr, die Anzeige der Zeit, ad absurdum.

Hochqualitative, wertbeständige Uhren für unter 3.000€

Wer keine Uhr für den Preis einen Einfamilienhauses erwerben möchte, aber dennoch einen hochqualitativen und wertbeständigen Zeitmesser sein Eigen nennen möchte, für den ist dieser Artikel geschrieben: Wir stellen die drei besten Uhren für maximal 3.000€ vor. Die Reihenfolge der Vorstellung stellt keine Rangliste dar, zudem ist bei der Kaufentscheidung natürlich zu berücksichtigen, welche Art von Uhr man sucht.

Benötigt man eine Uhr die vor allem zum Anzug kombiniert werden soll, fällt die Entscheidung natürlich anders aus als beim Uhrenliebhaber, der vor allem einen Begleiter für die Freizeit sucht. Um die Auswahl der Uhren die in Frage kommen zu vergrößern, bezieht sich die 3.000€ Preisgrenze auf den tatsächlichen Preis den man bei den gängigen Handelsplätzen zahlt und nicht auf die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers.

Top 1 Luxusuhr unter 3.000€: Tudor Heritage Black Bay

Von vielen als Zweitmarke von Rolex belächelt, ist Tudor in meinen Augen weit mehr als das. Von Rolex-Gründer Hans Wilsdorf selbst konzipiert, war Tudor von Beginn an als preisgünstigere, wagemutigere Uhrenmarke angedacht, die eine vergleichbare Qualität wie Rolex preisgünstiger anbieten sollte. 1947 gegründet, kann Tudor auf eine lange Tradition von Uhren zurückblicken, die nicht für Vorstandssitzungen, sondern für den Einsatz im echten Leben konzipiert wurden.

Die 1952 gelaunchte Oyster Prince macht diese Positionierung mehr als deutlich. Anstatt die Uhr in der Marketingkampagne zur Vorstellung vor einem neutralen Hintergrund abzubilden und die technischen Vorzüge zu beschreiben, wurden die Eigenschaften der Uhr durch ihren Einsatz in herausfordernden Situationen, wie zum Beispiel bei Straßenbauarbeiten oder im Bergwerk, visualisiert.

Die Tudor Heritage Black Bay ist für mich die weniger spießige Variante der Rolex Submariner. Zugegebenermaßen verfügt sie nicht über das Prestige ihrer großen Schwester, aber sie ist deutlich mehr als die „Rolex des kleinen Mannes“, wie Tudor in der Vergangenheit auch oft von Spöttern bezeichnet wurde. Die Qualität der Tudor Heritage Black Bay steht außer jeder Frage und mit einem Preis von knapp unter 3.000€ ist sie zudem im Vergleich zur Rolex auch noch als erschwinglich zu bezeichnen.

Die Black Bay vereint Tradition und Moderne, mit der Schneeflockenform des Stundenzeigers beispielsweise greift sie ein zentrales Designmerkmal der Tudor Submariner Modelle der 70er Jahre auf, welche an die französische Marine ausgeliefert wurden. Seit 2016 tickt im Inneren der Tudor ein Manufakturwerk mit einer Gangreserve von 70 Stunden, welches als Chronometer zertifiziert ist. Nicht nur die inneren Werte sondern auch das Design weiß zu überzeugen: Die Lünette ist in Bordeauxrot gehalten, welche einen hervorragenden Kontrast zu dem schwarzen Ziffernblatt bildet. Die roségoldenen Indizes sowie die cremefarbene Leuchtbasse der Zeiger bilden eine stimmige Verbindung zwischen dem Rot der Lünette und dem Schwarz des Ziffernblatts.

Das Tudor aber nicht in der Vergangenheit weilt, sondern diese respektiert aber in die Moderne übersetzt, zeigt sich an den Uhrenbändern die bei der Tudor Heritage Black Bay zur Auswahl stehen. Neben einem künstlich gealterten Lederarmband steht außerdem ein Textilarmband zur Auswahl. Beide machen deutlich, dass die Tudor für den alltäglichen Einsatz konzipiert ist und nicht ausschließlich unter einem maßgeschneiderten Hemdsärmel ihren Platz finden soll.

Mit einem Durchmesser von 41 mm wirkt die Taucheruhr nicht protzig aber sorgt für eine exzellente Ablesbarkeit. Das in dieser Preisklasse ein Saphirglas das Zifferblatt schützt dürfte selbstverständlich sein. Die Entwicklung die die Marke Tudor in den letzten Jahren genommen hat, macht sie für mich zu einer der spannendsten Luxus-Uhrenmarken überhaupt. Sicherlich spielt sie in einer gänzlich anderen Liga als Rolex oder Patek Philippe aber um eine Metapher aus dem Fußball zu bemühen: Rein sportlich betrachtet bietet die Bundesliga meist ehrlicheren und spannenderen Sport als die Champions League, die manchmal mehr einer Zirkusveranstaltung für gelangweilte Milliardäre gleicht.

Top 2 Luxusuhr unter 3.000€: Nomos Club Automat Datum Atlantik

Um die Liste von Uhrmarken fortzuführen die meiner Einschätzung nach in der öffentlichen Wahrnehmung massiv unterbewertet sind, wenden wie uns nun Nomos Glashütte zu. Nomos ist eine vergleichsweise junge Uhrenmarke, deren erste Kollektion 1992 auf den Markt gekommen ist. Bis 2005 wurden ETA-Uhrwerke verbaut, seit 2005 werden ausschließlich eigengefertigte Werke hergestellt. Seit 2014 stammt sogar die Hemmung aus eigener Herstellung.

Die Hemmung ist sozusagen das Herzstück der Uhr und gibt den Takt an. Neben Nomos Glashütte gibt es nur sehr wenige Uhrenhersteller weltweit, die über das Know-How und die Produktionsstätten verfügen, diesen Teil des Uhrwerks in Eigenregie herzustellen. Dass Nomos es geschafft hat dieses hochkomplexe Systen selber zu fertigen, kann man auch als Unabhängigkeitserklärung gegenüber dem alles dominierenden Zulieferer ETA, einer Swatch-Tochter, bezeichnen. Neben der herausragenden Technik ist Nomos auch aufgrund seines Designs, welches vielfach ausgezeichnet wurde, bei Uhrenanhängern beliebt.

Modern und mit stimmigen Proportionen - das Ziffernblatt der Nomos Club Automat Datum Atlantik

Modernes Zifferblatt mit herausragendem Uhrwerk: Die Nomos Club Atlantik
Quelle: Pressematerial Nomos Glashütte/SA

Ein Modell welches diese zuvor beschriebene, herausragende Technik und modernes Design in einzigartiger Weise vereint, ist die Nomos Club Automat Datum Atlantik. Ausgestattet mit dem zuvor erwähnten, vielfach gepriesenen Hemmungs-System, im Nomos Fachvokabular als Swing-System bezeichnet, ist die Technik über jeden Zweifel erhaben. Neben einer dezentralen Sekunde, verfügt die Uhr zudem über eine Datumsanzeige. Die Stundenmarkierungen sind groß gestaltete arabische Ziffern, die der Uhr einen modernen Look verleihen ohne jedoch verspielt zu wirken oder unter den Verdacht zu geraten einem Trend hinterherzulaufen.

Das Ziffernblatt ist dunkelblau, die Minuterie ist über den Stundenmarkierungen positioniert und in lindgrün gehalten und bildet gemeinsam mit dem orangenem Sekundenzeiger einen schönen Farbtupfer. Mit 41,5 mm ist die Uhr, für Nomos eher unytpisch, relativ groß, dank der extrem flachen Bauweise von nur 9,78 mm dabei aber trotzdem sehr elegant. Wie auf der Vorderseite ist auch auf der Rückseite Saphirglas angebracht, welches einen Blick auf das Uhrwerk freigibt.

Das Edelstahlgehäuse wird von einem schwarzen Textilband am Handgelenk des Trägers gehalten. Mit einer Preisempfehlung von 2.740€ erwirbt man ein technisches Meisterwerk in einem sehr modernen Kleid. Wem die Club Automat Datum Atlantik zu modern ist, der wird bei Nomos ebenfalls fündig. Kollektionen wie beispielsweise die „Zürich“ sind deutlich klassischer gestaltet. Aufgrund des herausragenden Uhrwerks und des mutigen Designs zu einem sehr fairen Preis, ist die Nomos in dieser Liste meine persönliche Empfehlung.

Auch ein schöner Rücken kann entzücken - Saphirglasboden der Nomos Club

Die Rückseite der Nomos Club Automatic gibt den Werk auf das Uhrwerk frei
Quelle: Pressematerial Nomos Glashütte/SA

Top 3 Luxusuhr unter 3.000€: Junghans Max Bill Automatic

Den Abschluss dieser Serie bildet die Junghans Max Bill Automatic. Diese liegt preislich bei unter 1.000€ und ist damit deutlich günstiger als die anderen beiden vorgestellten Modelle. Die Uhrenmarke Junghans hat eine sehr bewegte Geschichte hinter sich, befindet sich aber, nachdem sie 2009 von einem deutschen Unternehmer aus der Insolvenz gerettet worden ist, wieder deutlich auf dem aufsteigenden Ast. Ursprünglich hauptsächlich auf Wecker spezialisiert, war Junghans einst eine Uhrenmarke mit Weltruf. Nach einigen Irrungen und Wirrungen konzentriert man sich aktuell wieder auf viel Uhr für einen vergleichsweisen günstigen Preis.

Zeitlos schön - das Ziffernblatt der Max Bill Automatic 

Ein Designklassiker: Die Max Bill Automatic von Junghans
Quelle: Pressematerial Junghans

Ein besonders prägendes Modell in der Historie von Junghans ist die Max Bill Automatic. Der Schweizer Bauhauskünstler Max Bill, der Ende 1950 eine Küchenuhr für Junghans designt hat, hat mit diesem Modell den Grundstein für moderne Bauhaus-Uhren gelegt. Bei populären Uhrenmarken der Neuzeit, wie beispielsweise  Daniel Wellington, erkennt man auch heute noch sehr deutlich die Anlehnung an das historische Max Bill-Design.

Im Edelstahlgehäuse der Max Bill Automatic arbeitet ein ETA-Werk. Dies treibt dem Technik-Fetischisten zwar keine Freudentränen in die Augen, verrichtet sein Werk jedoch äußerst zuverlässig. Highlight der Max Bill ist sicherlich die Formgebung und Gestaltung des Ziffernblatts. Auch heute noch wirkt das Design klar, modern und zukunftsweisend. Diese Klarheit bei der Gestaltung des Ziffernblatts wurde zwar oft kopiert, aber nie in solcher Vollendung erreicht wie bei der Junghans Max Bill.

Diese ist auch mit einem Quarzwerk erhältlich, meine Empfehlung geht aber ganz klar zum Automatikwerk, da eine Quarzuhr einfach nicht den gleichen Charme besitzt und somit keinen würdigen Rahmen für dieses herausragende Design bildet.