Die 25 meistgesuchten Uhren-Fachbegriffe (Teil 1 von 3)

TTourbillon, GMT und Dress Watch – wer beginnt sich tiefer in die Welt der schönen Zeitmesser einzuarbeiten, sieht sich mit einer Vielzahl von Fachbegriffen konfrontiert. Da ist es höchste Zeit Licht ins dunkel zu bringen mit kurzen, prägnanten Erklärungen zu den wichtigsten Uhren-Fachbegriffen.

Top 25 Fachbegriffe für Uhren

In der folgenden Liste werden die 30 bei Google meistgesuchten Uhren-Fachbegriffe erklärt. Diese Liste wurde mit Hilfe des Google AdWords Keyword Planners erstellt, ein Tool von Google, mit dem man das Suchvolumen von einzelnen Suchbegriffen analysieren kann. Da nicht alle Suchbegriffe in Kombination mit dem Wort „Uhr“ eingegeben worden sind, lässt diese Liste Raum für Ungenauigkeit, da sicherlich nicht alle 18.100 Leute die monatlich nach dem Begriff „Referenz“ suchen, dies auch ausschließlich auf den Bereich Uhren beziehen. Da eine Eingrenzung mit dem Begriff Uhr jedoch zu eng wäre, muss an dieser Stelle mit der gerade beschriebenen Unschärfe in der Erhebung vorlieb genommen werden. Was bei dieser Liste herausgekommen ist, ist zweifelsohne eine Zusammenstellung der essentiellen Fachbegriffe um sich im Uhrendschungel zurechtzufinden.

Teil 1: Uhren-Fachbegriffe Platz 25 – 18

Teil 1 der Serie befasst sich mit den Plätzen 25 bis 18. Die Ordnung der Suchbegriffe nach monatlichem Suchvolumen kann verständlicherweise zu Lasten der Übersichtlichkeit führen. Suchen Sie nach einem spezifischen Uhren-Fachbegriff bitte ich Sie daher die Suchfunktion zu verwenden, welche sich durch STRG+F aufrufen lässt.

Platz 25: Leuchtmasse
Leuchtmasse kommt vor allem bei sogenannten Tool-Watches, also Uhren die eine besondere Funktion haben, wie beispielweise Taucheruhren zum Einsatz. Diese chemische Substanz sorgt dafür, dass sich die Uhrzeit auch bei Dunkelheit ablesen lässt. Die Leuchtmasse wird auf das Zifferblatt sowie die Zeiger aufgetragen. Zu früheren Zeiten wurde für die Leuchtmasse eine radioaktive Substanz verwendet. Dies ist heute selbstverständlich nicht mehr der Fall. Gerade bei älteren Uhren ist die Leuchtmasse oft deutlich verblasst oder gar nicht mehr vorhanden.

Bei modernen Uhren wird üblicherweise der Stoff Super Luminova verwendet. Dieser Stoff, die Weiterentwicklung des Leuchtmittels Luminova, muss anders als die radioaktiven Substanzen früher in der Sonne aufgeladen werden, um anschließend im Dunkeln seine Leuchtkraft wieder abgeben zu können. Von daher lässt die Leuchtkraft auch nach längerem Aufenthalt im Dunkeln nach. Dieser Nachteil ist angesichts der nicht vorhandenen Radioaktivität im Gegensatz zu beispielsweise Radium oder Tritium, was früher als Leuchtmasse verwendet worden ist, zu verschmerzen.

Gut sichtbare Leuchtmasse bei einer Seiko Taucheruhr

I've got some time on my hand.... #seikodiver #superluminova #walloflume #affordablewatches

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Platz 24: NOS Uhren
NOS ist die Abkürzung für New-Old-Stock Uhren. Es handelt sich also um alte Uhrenmodelle, die aber bis zum heutigen Zeitpunkt auf Lager waren und deshalb ungetragen sind. Dies kann verschiedene Gründe haben: Entweder waren die Uhren Ladenhüter und die Nachfrage war zum Zeitpunkt des Erscheinens schlicht und ergreifend geringer als die produzierten Einheiten oder das Lager wurde erst später entdeckt. NOS-Uhren weisen zwar keine Gebrauchsspuren auf, dies heißt aber nicht, dass der Zahn der Zeit nicht an ihnen genagt hat. Korrosionsschäden können selbstverständlich vorkommen und auch eine Revision ist, insbesondere bei Automatikuhren oder Uhren mit Handaufzug, dringend zu empfehlen.

"Die Sanduhren erinnern nicht bloß an die schnelle Flucht der Zeit, sondern auch zugleich an den Staub, in welchen wir einst verfallen werden."
Geog Christop Lichtenberg
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Zum Artikel: Uhrmarke Daniel Wellington im Fokus

Platz 23: Tachymeterskala
Die Tachymeterskala ist eine Form der Skalierung, die bei Chronographen zum Einsatz kommt. Sie ist entweder auf der Lünette zu finden oder auf dem Ziffernblatt. Schätzen die Käufer von Chronographen die Tachymeterskala heute hauptsächlich aus optischen Gesichtspunkten, so hat sie einen durchaus praktischen Ursprung. Die Tachymeterskala wurde früher zum Messen der Durchschnittsgeschwindigkeit verwendet.

Heutzutage gibt es selbstverständlich deutlich komfortablere Möglichkeiten die Durchschnittsgeschwindigkeit abzulesen, wobei ablesen in diesem Fall das falsche Word ist, denn im Fall der Tachymeterskala müsste man von kalkulieren sprechen.

In dem Video unten wird erklärt wie die Tachymeterskala zur Berechnung der Durchschnittsgeschwindigkeit eingesetzt werden kann

Platz 22: Hardlex
Hardlex ist eine Sorte Glas welche das Ziffernblatt schützt. Traditionell verwendet man als Uhrenglas entweder Mineralglas oder Saphirglas. Saphirglas stellt die qualitative Spitze dar und findet vor allem bei höherpreisigen Uhren Anwendung. Mineralglas ist demzufolge die günstigere und qualitativ minderwertige Alternative zu Saphirglas. Hardlex ist ein Begriff der insbesondere bei Seiko-Uhren Anwendung findet.

Der japanische Uhrenhersteller Seiko hat das Material Hardlex entwickelt um die qualitative Lücke zwischen Mineralglas und Saphirglas zu schließen. Meiner Einschätzung nach ist Hardlexglas der Kratzfestigkeit und Härte dem Saphirglas ähnlicher als Kunststoff- bzw. Mineralglas. Es ist vom Qualitätsstandard sicherlich ein Stück weit unter Saphirglas anzuordnen aber für den Endkonsumenten ist dies in den wenigsten Fällen spürbar. Es ist sogar einen Tick flexibler als der Konkurrent so dass es bei Stößen die Kraft besser abfedern kann. Hardlexglas ist der Nachfolger von Sapphlexglas welches ebenfalls eine Eigenentwicklung von Seiko ist.

Platz 21: Ganggenauigkeit
Die Ganggenauigkeit bezeichnet die Genauigkeit mit der die Uhr die Zeit über einen längeren Zeitraum anzeigt. Die Abweichung wird in der Fachsprache als Gangfehler bezeichnet. Quarzuhren sind in der Regel genauer als Automatikuhren. Bei Automatikuhren selber gibt es deutliche Unterschiede was die Ganggenauigkeit angeht. Im Grunde genommen kann man sagen, je teurer das verbaute Uhrwerk desto höher die Ganggenauigkeit. Dieser Grundsatz gilt jedoch nur wenn die gleiche Anzahl von Komplikationen bzw. die gleiche Komplexität von Komplikationen enthalten ist.

Ist eine mechanische Uhr besonders genau und wird einer offiziellen Gangkontrolle unterzogen, so wird sie als Chronometer bezeichnet. Bei Uhren mit Uhrewerken die größer als 20 mm sind sollte die mittlere tägliche Gangabweichung zwischen -4 und +6 Sekunden liegen um diese Zertifizierung zu erhalten. Dies ist auch für den Alltagsgebrauch ein guter Richtwert für eine Uhr, die im Volksmund als „genau“ bezeichnet wird.

Platz 20: Uhrkrone bzw. Krone (Uhr)
In der Fachsprache werden mit dem Begriff Krone sogar zwei Teile der Uhr bezeichnet. Diese Erklärung bezieht sich lediglich auf die sogenannte Aufzugskrone und nicht auf das gleichnamige Zahnrad, welches Teil des Uhrwerks ist. Die Krone ist der Teil der Uhr am Außengehäuse, welcher klassischerweise zum Einstellen der Zeit verwendet wird. Bei Uhren mit Handaufzug spricht man von der sogenannten Aufzugskrone, welche die Feder des Federhauses spannt. Je nach Komplikation der Uhr kann mit der Krone auch das Datum eingestellt werden. Hinsichtlich der optischen Gestaltung der Krone unterscheidet man zwischen verschiedenen Typen. Weit verbreitet sind die Breguetkrone, die Zweibelkrone sowie die zylindrische Krone.

Platz 19: Minutenrepetition
Die Minutenrepetition bzw. der minute repeater, wie der Uhrentyp im angelsächsischen Raum bezeichnet wird, ist eine Komplikation einer mechanischen Uhr welche durch ein akustisches Signal die Zeit wiedergibt. Ihren Uhrsprung hat die Repetition zu Zeiten bevor es elektrisches Licht gab, sie wurde verwendet um trotz Dunkelheit die Zeit hörbar zu machen. Heute findet diese Komplikation noch bei Sehbehinderten Einsatz.

Die Minutenrepetition ist eine der kompliziertesten Komplikationen und dementsprechend bei Sammlern von Luxusuhren sehr beliebt. Da dieser Repetitionsmechanismus in der Herstellung extrem aufwändig ist, sind die Preise für minute repeater auch in einem Bereich der einem Normalsterblichen die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Hält man sich allerdings vor Augen, dass es nur sehr wenige Uhrmacher gibt die die Fähigkeit beherrschen einen Minutenrepetitionsmechanismus herzustellen und circa 300 Arbeitsstunden darauf verwendet werden, so sind diese Preise in gewisser Weise auch nachvollziehbar. Ein minute repeater der Luxusmarke Patek Philippe schlägt beispielsweise, je nach Material, mit deutlich über 200.000€ zu Buche.

Im Folgenden Video kann der Herstellungsprozess sowie der Klang eines minute repeaters optisch und akustisch erlebt werden

Platz 18: Dresswatch
Eine Dresswatch bezeichnet einen speziellen Uhrentypen. Die Dress-Watch ist wie der Name andeutet, eine Uhr die besonders gut zu Business-Outfits bzw. festlichen Outfits im Allgemeinen passt. Sie ist optisch eher schlicht und keine Uhr, welche die Blicke aller Anwesenden auf sich zieht. Von der Größe rangieren Dress Watche bei maximal 40 mm, im Normalfall jedoch darunter. Neben dem schlichten Design haben Dress Watches typischerweise auch eine geringe Gehäusehöhe sowie wenig Komplikationen gemeinsam.

Moderne Quarzuhren wie zum Beispiel von Daniel Wellington können getrost auch als Dresswatch bezeichnet werden, allerdings nur wenn diese mit einem Lederband getragen werden. Im hochpreisigen Segment ist die perfekte Dresswatch für mich die Jaeger-LeCoultre Master Grande Ultra Thin. Mit nur 8,6 mm ist diese fast so flach wie eine Daniel Wellington und beherbergt ein Wunderwerk der Technik im Inneren. Bei einem Durchmesser von 40 mm ist sie sicherlich am oberen Ende der Größenskala einzuordnen, besticht dennoch aber durch eine beispiellose Eleganz.

Die perfekte Dresswatch: Die Jaeger -LeCoultre Master Grande Ultra Thin

The Ultra Thin!

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Pätze 25 bis 18 nach Suchvolumen in der Übersicht
das jeweilige durchschnittliche monatliche Suchvolumen ist in Klammer angegeben

25. Leuchtmasse (20)
24. NOS Uhren (50)
23. Tachymeterskala (90)
22. Hardlex (90)
21. Ganggenauigkeit (140)
20. Krone Uhr (170)
19. Minutenrepetition (210)
18. Dress Watch (260)