Oris Williams Martini Racing: Auf der Überholspur?

Das Wort Martini lässt traditionell nicht nur die Herzen der Anhänger britischer Agentenfilme, eingefleischter Motorsportfans oder Genießer klassischer Cocktails höher schlagen, sondern neuerdings auch von Uhrenliebhabern: Denn mit der Oris Martini Racing hat die Schweizer Uhrenmarke ein limitiertes Sondermodell im Portfolio, welches das 50-jährige Bestehen des Martini Racing Team feiert. 

Oris und die Verbindung zum Motorsport

Denkt man an Schweizer Uhrenmarken, kommt einem vermutlich nicht zu allererst die Marke Oris in den Sinn. Natürlich ist der Name bei weitem nicht so klingend wie etwa Rolex oder Omega, aber die Geschichte und die Modellpalette verdienen meiner Meinung nach deutlich mehr Aufmerksamkeit als ihnen zuteil wird. Den Oris-Taucheruhren steht in ihrer Preisklasse für mich definitiv ein Platz auf dem Siergerpodest zu und die Fliegeruhr Oris Big Crown ist ohnehin eine Klasse für sich. Hier ist insbesondere die BIG CROWN D.26 286 HB-RAG ORIS LIMITED EDITION mit grünem Zifferblatt und Edelstahlgehäuse eine echte Augenweide.

Leseempfehlung

Doch bevor ich an dieser Stelle in die Welt der Oris Uhren abdrifte, schwenken wir den Fokus zurück auf das eigentliche Objekt der Betrachtung: die beiden auf 500 Stück limitierten Modelle der Oris Martini Racing Limited Edition (Referenz: 01 774 7717 4184 MB). Die beiden Modelle mit 44 mm Durchmesser unterscheiden sich durch das Uhrenarmband, wobei man hier zwischen der Edelstahlvariante und einem Band aus Gummi wählen kann.

Die Oris Williams Martini Racing Limited Edition – hier die Variante mit dem Uhrenarmband aus Gummi

Abbildung eines Chronographen von Oris

Mit dieser Sonderedition fügt Oris einen weiteren Baustein zu der Williams Kollektion hinzu, die 2015 gelauncht worden ist. Die Williams-Modellreihe umfasst aktuell 7 Modell-Linien, unter anderem mehrere aus Karbon die genauso sportlich aussehen wie es das Material vermuten lässt oder die Valteri Bottas Limited Edition, die zu Ehren des gleichnamigen Formel-1-Fahrers aufgelegt wurde.

Mir persönlich gefällt die neue Martini Racing Limited Edition am besten von den verschiedenen Oris Williams Modell-Linien. An dieser Stelle könnte ich sicher versuchen objektive Gründe für diese Aussage zu finden, aber der Grund ist ein ganz einfacher: Die legendäre Martini-Farbgebung und die damit verbundene Geschichte trifft bei mir einfach mitten ins Uhrenherz.

Oris selber ist seit 2003 Partners des Williams Formel 1-Rennstalls, doch um die Geschichte hinter dem Martini Racing Rennstall zu verstehen, muss man den Zeiger noch weitere 35 Jahre zurückdrehen. Also ins Jahr 1968, als Sticker mit dem legendären Martini-Design zum ersten Mal einen Porsche im Renneinsatz geziert haben.

Anlässlich dieses 50-jährigen Jubiläums gibt es nun also eine Sonderedition von Oris, die die Martini-Farben aufgreift. Besonders legendär sind die Martini-Racing Teams einerseits aufgrund ihres Sieges 1971 mit Porsche bei den 24 Stunden von Le Mans, aber auch durch zahlreiche Touring Car und Rallye Erfolge. Die Partnerschaft mit dem Williams Formel 1-Team existiert seit 2014, nachdem es zuvor unter anderem Sponsorings von Ferrari, Lotus und Brabham gab.

Wenn Sie an dieser Stelle des Artikels zu Google entschwinden und in einem Anflug von jugendlichem Leichtsinn nach dem Kaufpreis eines Lancia-Oldtimer im Martini Racing Design suchen – lassen Sie sich von jemandem gesagt sein der ebendies gemacht hat: Leider absolut unbezahlbar, die vernünftigere (und kostengünstigere Alternative) ist ein Polo Hemd im Martini Design.

Das Design: Oris Williams Martini Racing

Beschäftigen wir uns zunächst mit dem Design der Uhr. Das auffälligste und zugleich einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Modellen ist das Armband, einmal aus Gummi und einmal aus Edelstahl. Obwohl ich bei sportlichen Uhren grundsätzlich eher zur Gummi-Variante tendiere, würde ich hier ganz klar das Edelstahlband nehmen. Die Integration des Bands in das Gehäuse ist bei dieser Variante exzellent gelungen und verleiht der Uhr angesichts des eher unruhigen Zifferblatts einen harmonischeren Gesamteindruck.

Die Oris Williams Martini Racing Limited Edition mit dem Edelstahlarmband – mein persönlicher Favorit

Abbildung einer Limited Edition Oris Williams Martini

Das Zifferblatt ist aus Karbon und von einer Tachymeter Skala umgeben. Innerhalb dieser Skala werden die Martini Racing Farben durch blaue und rote Markierungen aufgegriffen. Die Indizes der Zeitanzeige sind durch arabische Ziffern auf der 3-Uhr- sowie der 9-Uhr-Position markiert. Auf der gleichen Ebene befindet sich darüber hinaus noch eine 60-Minuten Skala mit Indizes in 5-Minuten-Abständen. Innerhalb des Zifferblatts befinden sich drei Totalisatoren (Hilfszifferblätter) für die Chronograph-Funktionen. Eine Besonderheit hier ist dass die Nullstellung bei der 8-Uhr-Position ist. Also vergleichbar wie bei einem Autotacho.

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Darüber hinaus enthält das Zifferblatt noch eine halboffene Datumsscheibe, wobei die Datumsanzeige bei der 6-Uhr Position erfolgt. Die Martini-Farben werden zudem ein weiteres Mal durch kreisrunde Streifen auf der linken Seite aufgegriffen, die die drei Totalisatoren verbinden. Die Krone sowie die beiden Drücker für die Chronograph-Funktion sind recht klassisch gestaltet und befinden sich an der rechten Gehäuseseite. Eine weitere Auffälligkeit der Uhr sind die Zeiger die in weiß (Uhrzeit und 60-Sekunden Totalisator) und dunkelblau gehalten sind. 

Beim Durchlesen dieses letzten Absatzes wird noch einmal klar wie viel auf diesem Zifferblatt einfach ausgedrückt „los ist“. Doch dies meine ich keinesfalls negativ, de auf dem Bild ergibt sich für mich ein stimmiges Gesamtgefüge.

Mit einem Durchmesser von 44mm ist die Uhr sicherlich kein Vertreter der schlichten Fraktion, aber gerade wenn eine Uhr so sportlich ist und so viele Zifferblatt-Details enthält tut ein größerer Durchmesser dem optischen Eindruck erfahrungsgemäß gut.

Die Technik: Oris Williams Martini Racing

Im Inneren der Uhr tickt das Automatikwerk Oris Kaliber 774, welches auf dem SW 500 von Sellita basiert. Dieses wiederum ist ein Nachbau des ETA 7750. Damit ist es nicht das spektakulärste Werk auf diesem Planeten, was man in dieser Preisklasse auch nicht erwarten kann, aber eines der Zuverlässigsten. Die Ur-Basisversion, das ETA 7750 ist wohl das meisteingebaute Chronographenwerk und schlägt unter anderem im Inneren von zahlreichen Breitling und Tag Heuer Uhren.

Echte Schweizer Qualität: Der Herstellungsprozess von Oris Uhren

Oris: Typisch Schweizer Qualität

In der von Oris veredelten Version hat es 25 Steine, eine Gangreserve von 48 Stunden und läuft mit 4 Hertz, also 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Über dieses Werk muss man sicherlich keine Romane schreiben aber für mich ist es die perfekte und logische Wahl für diese Uhr und passt ideal zum sportlichen Charakter. Die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit wirken sich darüber hinaus positiv auf die Folgekosten aus. Darüber hinaus ist die Uhr bis 100m Wasserdicht und somit auch für Tauchgänge geeignet.

0
von 10 möglichen Punkten

Das gefällt mir an dem Chronographen von Oris

Insgesamt gefällt mir der Chronograph (Referenz: 01 774 7717 4184 MB) richtig gut und ich vergebe 8,7 von 10 möglichen Punkten. Die größten Pluspunkte sind für mich das Martini-Design, die elegante Integration des Edelstahlarmbands und das grundsätzliche Zifferblatt-Design. Positiv darüber hinaus ist das grundehrliche und zuverlässige Werk zu nennen und, wie bei allen Oris-Uhren, die gute Verarbeitungsqualität. Und selbst den Preis (3.050 CHF) schreibe ich auf die Plus-Seite. Für ein eigenständiges Design, die gute Verarbeitung, die Materialien, das Uhrwerk und die Tatsache dass es sich um eine Sonderedition handelt ist das ein wirklich gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Leseempfehlung

Das gefällt mir weniger

Einen ganz großen Minuspunkt sehe ich bei dieser Uhr nicht, wie erwähnt finde ich Design und das Gesamtpaket sehr stimmig. Aber natürlich findet man bei genauerem Hinsehen immer Kleinigkeiten die man selber anders gelöst hätte. Bei mir sind das die halboffene Datumsscheibe die ich überflüssig finde und eher störend. Außerdem hätte ich die blauen Zeiger in dem gleichen Blauton gehalten wie die Martini-Elemente.

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