Chronoto – eine neue Art Uhren zu finden

Start-Ups sind oft wie Überraschungseier. Alleine der Gattungsname löst bei mir schon gesteigertes Herzklopfen aus, den immerhin tritt hier jemand an um einen gänzlich neuen Service oder ein Produkt an den Markt zu bringen oder zumindest etwas Existierendes zu verbessern. 

Wie bei den Überraschungseiern aber auch ist die erste Freue oft schnell verflogen, sobald man die äußere Schale geknackt hat und auf den Inhalt schaut. Im Uhrenbereich gibt es einen neuen Player auf dem Markt der die Uhrensuche, beziehungsweise das Finden von Uhren vereinfachen möchte: Chronoto.

Die drei Methoden der Uhrensuche

Bevor wir uns dem Ansatz von Chronoto widmen, möchte ich zuerst kurz auf die Herausforderung bei der Suche von Uhren eingehen. Dies erfolgt ganz praxisbezogen am Beispiel von mir selber. Sobald mir ein bestimmtes Uhrenmodell gefällt und ich mich in Gänze darüber informiert habe, geht es darum ein Preisgefühl für die Uhr zu entwickeln.Bei neuen Modellen ist dies oft wenig spektakulär, viel spannender ist es bei Vintage-Uhren, schließlich gibt es hier zig Jahre, Versionen und Zustände die den Preis einer Uhr erheblich beeinflussen können. In diesem Fall gilt es also anhand möglichst vieler Datenpunkte ein Gefühl für ein gutes Preis-Leistungsverhältnis zu entwickeln. Üblicherweise gehe ich hierbei wie folgt vor:

Leseempfehlung

  1. Vor-Ort Recherche in lokalen Uhrenläden:
    Ich bin in München wohnhaft und hier sollte man eigentlich davon ausgehen, dass die Auswahl an Vor-Ort-Läden ausreichend groß ist. Dies trifft sicherlich auf Marken wie Rolex oder Omega zu, aber sobald man etwas abseits des Mainstream sucht wird es da selbst in einer Stadt wie München schon recht dünn. Je nach Marke bleiben dann oft nur 3-4 Läden übrig in denen es die Möglichkeit gibt die jeweilige Uhr zu begutachten und einen Preis zu bekommen.
  2. Online-Recherche bei Uhrenhändlern:
    Bei meiner zweiten Informationsquelle handelt es sich um Vor-Ort-Läden die ebenfalls über eine Internetseite verfügen auf der sie ihre Neuzugänge vorstellen. Meist handelt es sich hierbei um etwas größere und professionellere Händler. Der Nachteil hierbei ist oft, dass es keine Alert-Funktion oder ähnliches gibt und man die betreffenden Webseiten daher regelmäßig absurden muss um auch kein neues Angebot zu verpassen.
  3. Uhren Plattformen:
    Die dritte Informationsquelle bei mir sind typische Plattformen wie Chrono24. Zugegebenermaßen sehr gut geeignet um sich einen Überblick zu verschaffen und auch von der Usability meist sehr gut, allerdings befinden sich die wirklich guten Angebote oft im Ausland und man hat somit wenig Möglichkeit das Exemplar der Begierde selbst zu begutachten.

 

Chronoto - die Idee

Nun gibt es mit Chronoto also einen neuen Player auf dem Markt der dieses Problem der Preisermittlung und Verfügbarkeit vereinfachen möchte und zwar mittels einer sogenannten Meta-Suchmaschine. Das bedeutet, dass die Suchergebnisse von Chronoto nicht nur die großen Plattformen wie Chronext oder Watchmaster beinhalten sondern auch die Uhren die von kleinen Shops, Händlern oder den Herstellern selber angeboten werden. Zudem tritt die Uhren-Suchmaschine Chronoto mit der Vorteil an auch anzuzeigen ob eine Uhr lokal verfügbar ist.

Schick und aufgeräumt: Die Uhrensuchmaschine Chronoto

Screenshot Uhrensuchmaschine Chronoto
Quelle: Pressematerial Chronoto

Die Idee trifft also schonmal voll ins Schwarze, den sie löst eine Herausforderung der wohl jeder Uhrenjäger schon einmal begegnet ist. Doch wie sieht das in der Praxis aus? Die Internetseite selber ist sehr modern und übersichtlich gestaltet. Natürlich steht die Suche hier stark im Vordergrund aber neben der Hauptfunktion gelangt man durch Scrollen auch zu redaktionellen Inhalten und kann sich hinsichtlich beliebter Marken und Modelle inspirieren lassen.

Chronoto im Test: Meine Nomos Zürich Weltzeit-Suche

Der erste Eindruck von Chronoto  ist soweit also schon einmal sehr gut. Doch was kann das junge Portal, das im Sommer 2019 ins Leben gerufen worden ist, in der Praxis? Das möchte ich doch einmal am Beispiel der Nomos Glashütte Zürich Weltzeit mit weißem Zifferblatt selber herausfinden. Hierbei handelt es sich um eine Referenz die sicher kein absoluter Exot ist, aber eben auch nicht so häufig wie eine Rolex Submariner oder ähnliche Modelle.

Leseempfehlung

Ich beginne zunächst bei der Suche bei lokalen Onlinehändlern. Hier werde ich meist nicht fündig oder stoße maximal auf ein Exemplar. Anschließend führt mich meine Suche zu Chrono24. Hier sieht es schon deutlich besser aus und ich bekomme 49 Ergebnisse für die Suche nach „Nomos Zürich Weltzeit“. Jedoch gilt es hiervon gedanklich gleich 25 abzuziehen, da es sich um die Variante mit blauem Zifferblatt handelt die in diesem Fall ja nicht Gegenstand der Betrachtung ist. Landen wir also bei 24 Ergebnissen.

Die günstigste Variante ist ein getragenes Modell aus Deutschland aus dem Jahr 2013 für 2.950€ laut dem Händler in „sehr gutem“ Zustand. Das nächste Exemplar welches in Deutschland verfügbar ist liegt dann schon bei 3.320€, ist dann allerdings auch ungetragen.

Bei Chronoto findet man jedes Modell: Ob einen Klassiker wie diese Rolex Daytona oder Exoten

Rolex Daytona
Quelle: Pressematerial Chronoto

Mit diesem Wissen gehe ich nun zu Chronoto und suche hier erneut. Meine Ausbeute sind 7 Ergebnisse, das günstigste Exemplar liegt bei 3.450€ und ist ebenfalls ungetragen. Preislich bin ich hier also absolut auf Augenhöhe mit den großen Plattformen. Der große Vorteil jedoch ist, dass ich hier zusätzlich sehen kann bei welchen Händlern die Uhr lokal verfügbar ist. Zudem ist die Vielfalt der Quellen aus denen sich die Suchergebnisse speisen deutlich höher, bei meiner Testsuche stammen alle Ergebnisse aus verschiedenen Quellen.

Leseempfehlung

Mein Fazit zu Chronoto: Bei künftigen Uhrensuchen wird Chronoto definitiv zu meinen Anlaufstationen zählen. Ja, von der Anzahl der Ergebnisse ist ein Chrono24 sicherlich aktuell noch führend (allerdings muss man bedenken, dass sich Chronoto ja noch in den Kinderschuhen befindet), aber die Anzeige der lokalen Verfügbarkeit und die Vielzahl an Quellen sind sicherlich eindeutige Vorteile für Chronoto. Zudem gibt es hier auch eine Reminderfunktion mit der man Suchen quasi abonnieren kann. Ein sehr gelungener Service und ich werde gespannt weiterverfolgen wie sich das junge Portal entwickelt.