Grail Watch: 11 Sammler und ihre Uhr für die Ewigkeit

Der Mensch ist bekanntermaßen ein Jäger und Sammler. Die Grail Watch steht im krassen Gegenteil zu diesem Grundprinzip. Schließlich verspricht sie, angelehnt an den heiligen Gral der Artus-Sage, diejenige Uhr zu sein, die die Sammlung komplettiert und für alle Ewigkeit vervollständigt.

Wer einen echten Sammler kennt, der gelangt recht schnell zu der Erkenntnis, dass eine Sammlung niemals komplett ist. Schließlich ändern sich Geschmäcker, man erfährt von neuen historischen Varianten einer Uhr oder ein neues Modell, welches perfekt in die Sammlung passt, kommt auf den Markt.

Die Grailwatch: Ein theorethisches Konstrukt

Und selbst wenn alle oben genannten Gründe nicht zutreffen, so besteht natürlich immer die Möglichkeit die Sammlung hinsichtlich der Anzahl zu erweitern oder einen weiteren Schwerpunkt hinzuzufügen. So verwundert es nicht, dass ich in der Recherchephase dieses Artikels öfters die Antwort bekommen habe: „So eine echte Grail Watch habe ich eigentlich nicht.“

Es geht in diesem Artikel also eher um ein theoretisches Konstrukt, denn die eine Uhr, die bis in alle Ewigkeiten die Sammlung verfollständigt, gibt es in der Realität zugegebenermaßen in den seltensten Fällen. Ich denke der Begriff Traumuhr ist daher in den meisten Fällen besser angebracht. Also diejenige Uhr, die den Höhepunkt der Sammlung bildet, ohne allerdings den Anspruch zu erheben, dass sie diese auch komplettiert.

Leseempfehlung

Mir persönlich hat die Vorarbeit zu diesem Artikel große Freude bereitet. Es ist unglaublich spannend mehr über die Traumuhr von Menschen zu erfahren, die sich, teilweise seit Jahrzehnten, intensiv mit dem Uhrenkosmos beschäftigen. Dieses wirkliche Interesse, das die Befragten eint und sich deutlich von dem Ansatz „Uhr als Wertanlage“ unterscheidet, merkt man nicht zuletzt an der Auswahl der Uhren, welche ich im Laufe des Artikels präsentiere.

Natürlich sind diese in den meisten Fällen extrem hochpreisig, aber eben auch immer ein bisschen abseits von den eingetretenen Pfaden. Eine Paul Newman Daytona fehlt in dieser Liste also ebenso, wie das neueste Exemplar von Richard Mille. Ein großes Dankeschön von meiner Seite für die offenen und ausführlichen Antworten der Co-Autoren dieses Artikels!

siemswatches und seine Seiko Turtle

Eine Antwort die auf meiner persönlichen Sympathieskala definitiv einen der vorderen Plätze einnimmt, kommt von siemswatches, dessen Instagram-Account durch die Ästhetik der Fotos, sowie durch die Vielfalt an Modellen und Marken besticht.

Eine Sammlung die definitiv zum Stöbern und Staunen einlädt und verdeutlicht, dass der Reiz von Uhren definitiv nicht in einer linearen Abhängigkeit zum Preis steht. Die Marken Seiko* und Omega nehmen sicherlich einen Schwerpunkt in der Sammlung ein, aber man findet auch Klassiker wie eine Zenith Sporto aus den 1940er Jahren oder ein Chronograph von Ulysse Nardin aus den 50er Jahren.

Leseempfehlung

Bei dieser Vielfalt wundert es auch nicht, dass siemswatches die Frage nach der Grailwatch nicht mit einem modernen Modell aus dem Hause Rolex beantwortet: „Als ehemaliger Schwimmer und Sammler von Vintage Uhren sind die Taucher aus Fernost eine meiner liebsten Serien. Eine originale 6309-7040 zu finden wird immer schwieriger. Umso schöner ist es, ein Exemplar mein eigen zu nennen, welches wirklich gelebt hat und getragen wurde.“

Diese Uhr mit der charakteristischen Gehäuseform, der sie den Spitznamen „Turtle“ verdankt, wurde bis 1988 produziert. Die Referenz mit der Endung 7040 war für den japanischen Markt bestimmt und tatsächlich wird es immer schwieriger ein unverbasteltes Exemplar zu finden.

Obwohl sich die Preise für ein gut erhaltenes Original mittlerweile im hohen dreistelligen Bereich befinden, wage ich dennoch zu behaupten, dass es schwierig bis unmöglich ist, für diesen Preis, einen Vintage Diver mit mehr Charme und Historie zu finden.

mr_hublotgerie: Wenn Schweiz auf Italien trifft

Der nächste im Bunde ist Mike Linnner (Instagram: mr_hublotgerie), seines Zeichens Store Manager der Hublot Boutique in Frankfurt. So ist es natürlich naheliegend, dass seine Grail Watch auch eine Marke aus dem eigenen Haus ist:

„Ich bin seit ich das erste Mal eine Big Bang gesehen habe fasziniert von der Marke und erlebe sie jeden Tag neu. Auch wenn ich teilweise wöchentlich eine andere Uhr für mich entdecke, so habe ich meine Grail-watch schon am ersten Tag als Store Manager gefunden, die MP (Masterpiece) Techframe Ferrari Tourbillon Chronograph Carbon Yellow. Ein Modell, das die gesamte Uhrmacherei vereint.
Hier treffen ein Tourbillon, ein einzigartiges Material in Form von Peek Carbon, ein Monopusher Chronograph und ein frontal verbautes Säulenrad auf einander. Die ganze Uhr steht für mich für Innovation und „The Art of Fusion“.

Modernes Design, hochkomplexe Technik und High-Tech Materialien: Die Grailwatch von Mike Linner

Eine Uhr der Masterpiece Serie von Hublot
Quelle: Pressematerial Hublot

Hublot ist eine Marke, welche in meiner Wahrnehmung in den letzten Jahren einen deutlichen Wandel vollzogen hat. Als Hublot das Parkett vor circa 15 Jahren betreten hat, geschah dies sprichwörtlich mit einem Big Bang. 

Die einen liebten die Präsenz, die moderne Technik und die Verwendung innovativer Materialien, die Traditionalisten stempelten die Modelle mit „zu groß, zu laut, zu teuer ab“. Nach 15 Jahren ist diese erste emotionale Reaktion natürlich Geschichte und man kann mit einem klareren Blick auf die Modelle schauen. Wenn man das tut, entdeckt man ein sehr interessante Line-Up, bei dem die oben genannten Vorurteile nicht mehr standhalten. 

Betrachtet man beispielsweise die Classic Fusion Titanium mit 38mm, so hat man eine sehr harmonisch gestaltete, sportliche Uhr aus Titan für knapp über 5.000€ – aus meiner Sicht ein sehr gutes Paket, wenn man das Marktumfeld betrachtet. Der von Mike Linnner erwähnte Hublot Chronograph befindet sich mit 135.000€ Listenpreis natürlich am anderen Ende der Skala, aber hier geht es ja schließlich auch um eine Grail Watch.

Wer mehr zur Marke Hublot und der Bedeutung von Innovation im Entwicklungsprozess erfahren möchte, gelangt hier zum Interview mit Mike Linnner. Dessen Antworten auf die Frage nach der Grail Watch waren so ausführlich, dass ich hierfür einen separaten Artikel verfasst habe, der mein Bild der Marke im positiven Sinne deutlich geschärft hat.

leichtundkross: Chronographen im Fokus

Der nächste im Bunde, der seine persönliche Grail Watch vorstellt, trägt auf Instagram den Namen leichtundkross und wenn man den Account betrachtet, wird schnell klar, dass Andreas eine besondere Vorliebe für Chronographen hat. Das heißt in seiner Sammlung befinden sich erwartbarerweise die absoluten Klassiker: eine Rolex Daytona, eine Omega Speedmaster und natürlich eine Zenith El Primero. Aber auch Vintage Uhren wie eine Autavia oder ein historischer Zenith-Chronograph (Kaliber 146) gehören zu seiner sehr geschmackvoll zusammengestellten Sammlung.

Neben der Uhrenauswahl besticht diese Sammlung für mich auch durch die Bänder. Ein Highlight ist für mich hier zum Beispiel die goldene Vintage Zenith, die er mit einem fichtengrünen Armband kombiniert. Eine Kombination auf die ich selbst nie gekommen wäre, die aber wirklich unverschämt gut aussieht.

Auf die Frage nach der Grail Watch, gibt er zwei Modelle an, mit dem Hinweis, dass er nur Uhren auf die Wunschliste nimmt, bei denen es realistisch ist, diese tatsächlich einmal der Sammlung hinzuzufügen. Wie ich finde ein sehr guter Ansatz. Denn welchen Sinn macht es einer Uhr hinterherzujagen, die völlig außer Reichweite liegt. Natürlich sollte eine Grail Watch mit einer gewissen Herausforderung, was die Beschaffung betrifft, verbunden sein, aber diese Herausforderung sollte in meinen Augen ohne einen Lottogewinn überwindbar sein.

Zurück zu leichtundkross und seinen Uhren die sich ganz oben auf der Wunschliste befinden. Dies ist zum einen eine Zenith El Primero A386: „Der erste Automatik Chronograph. Weniger als 1.000 produziert.“, zum anderen eine „Rolex Daytona 6265 aus 1985 mit Reverse Panda Dial (kein Paul Newman). Letzte Daytona mit Handaufzug. Dazu aus meinem Geburtsjahr.“ Beides zeitlose Modelle, die absolut historische Bedeutung haben und noch dazu mit persönlichem Bezug für den Sammler.

watchextremist: Rennsport und Rolex

Zugegebenermaßen den Instagram-Account von watchextremist auf Rolex zu reduzieren, wird diesem keinesfalls gerecht, die Alliteration war einfach zu verlockend. Denn Rennsport-geprägt ist dieser Account definitiv: Vom E-Type Cabrio bis hin zum Vintage Porsche und Ferrari finden sich hier zahlreiche automobile Schätze, die das Herz von kleinen und großen Jungen schneller schlagen lassen.

Leseempfehlung

Die Uhrensammlung die den Schwerpunkt auf dem Kanal bildet, setzt dem ganzen die Krone auf. Wenn man auf sportliche, präsente Uhren steht, ist hier wirklich alles enthalten was das Herz begehrt: Angefangen von der Panerai, bis hin zur IWC Pilot, mehreren Cartier-Uhren, Exoten wie einer Linde Werdelin aber auch modernen Klassikern wie eine Nomos Tetra* .

Und das sind nur die Modelle die nicht aus dem Hause Rolex stammen, denn der Fokus der Sammlung liegt klar auf der Marke mit der ikonischen Krone als Logo: Zur Rolex-Sammlung gehören unter anderem eine Hulk, eine Datejust (sehr schönes Exemplar mit blauem Zifferblatt und römischen Zahlen), mehrere Daytonas, eine Sea-Dweller und eine GMT-Master II. Die für mich schönste Uhr in der Sammlung ist allerdings eine Rolex Oysterdate mit orangenem Zifferblatt an einem farbgleichen Band. Sicherlich keine Uhr für jeden Tag aber ein unglaublicher Hingucker!

Bei dieser Sammlung wundert es auch nicht, dass die Grail Uhr von watchextremist ebenfalls aus dem Hause Rolex stammt: „Klare Sache – meine absolute Grailwatch ist die Rolex Tropical Daytona Referenz 6262 – als ein großer Rennsport Fan fühle ich mich zu Sport Chronos schon immer hingezogen, diese Liebe gepaart mit der Legende der Daytona UND der Seltenheit dieser Uhr ist es, was sie für mich zur Grailwatch macht.“

junghansvintage: Der Name ist Programm

Beim nächsten Sammler der seine Grailwatch mit mir geteilt hat, handelt es sich um einen bis unter die Haarspitzen infizierten Junghans-Jünger. Vor meinem Kontakt mit junghansvintage hatte ich natürlich auch die absoluten Klassiker von Junghans aus dem Schirm, allen voran die Max Bill, aber mit dem restlichen Portfolio habe ich mich zugegebenermaßen nur sehr oberflächlich beschäftigt.

Der Klassiker aus dem Hause Junghans: Die Max Bill

Ein Designklassiker: Die Max Bill Automatic von Junghans
Quelle: Pressematerial Junghans

Martin Fischer, der Inhaber des Accounts, gehört sicherlich weltweit zu einem der führenden Experten was Uhren des Schwarzwälder Traditionsunternehmens betrifft. So ist er Autor des Buches „Faszination Junghans“ welches auf über 300 Seiten einen Überblick über die bewegte Geschichte und Modelle gibt.

Wer eine persönliche Widmung in sein Exemplar möchte, kann diese im Übrigen auch über den Kontakt auf der Website die er betreibt www.junghans-vintage.de anfragen. Die Faszination von Junghans macht sicherlich die unglaubliche Vielfalt an Uhren aus, egal ob günstige Einsteigeruhren oder High-End Chronographen, Junghans hat alle Segmente gleichermaßen bedient.

Leseempfehlung

Logischerweise handelt es sich bei der Grail-Watch von Martin Fischer auch um eine Junghans, jedoch nicht um eine Max Bill oder die J88, einen Chronographen der für die deutsche Luftwaffe konzipiert war und durch seine einzigartige Lünette besticht: „Als alter Junghans Sammler hat man einfach eine unglaublich Auswahl und Junghans hat in den vielen Jahren nicht wenige Stilikonen geschaffen, ich erinnere nur an die Max Bill oder die Junghans J88 BUND, die mit ihren Hohlkehlen auch einzigartig ist.“

Bei der Grail-Watch von junghansvintage handelt es sich vielmehr um eine absolute Rarität, von der ich davor noch nie gehört habe: „sehr lange gesucht und erst nach vielen Jahren gefunden habe ich die Junghans „M82“, die als Dienstuhr konzipiert und auch als solche beworben wurde. Im Katalog von 1960 ist die Referenz 82/0652 übrigens als „ausverkauft“ abgestempelt, interessant wäre zu wissen, ob nur eine geringe Stückzahl produziert wurde, was ich inzwischen vermute, da alle drei M82, die ich bisher gesehen habe, den Produktionscode D8 unter der Unruh tragen, der für April 1958 steht, oder ob die Uhr ein Verkaufsschlager war?

Meines Wissens wurden die Uhren nie als Dienstuhr genutzt.
Die M82 ist ein Chronometer mit dem herrlichen Kaliber Junghans J82.“ Wer mehr zur M82 erfahren möchte, kann hier tiefer in die Welt dieser besonderen Uhr einsteigen.

Grüße aus dem #federhaus

Beim nächsten Sammler habe ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn ich habe nicht nur einen sehr interessanten Instagram-Account entdeckt, das „federhaus“ sondern auch einen YouTube Channel auf dem sich der Betreiber Alex mit Uhren aus dem unteren bis hin zum gehobenen Preisbereich beschäftigt. Dies tut er auf eine sehr bedachte aber fachkundige Art und Weise und behandelt, wie erwähnt, meist Modelle, die sich auch ein Otto-Normalverbraucher leisten kann.

Herrlich unprätentiös: Das federhaus auf YouTube

Dabei ist er herrlich unprätentiös und behandelt auch Modelle wie eine CIGA Design Z* , die von der Gestaltung sicherlich starke Inspirationen von Richard Mille und Franck Muller zieht, aber trotzdem eine sehr interessante Alternative ist, für jemandem dem die typische Tonneau-Form gefällt, aber keinen fünfstelligen Betrag dafür bezahlen möchte. Mit seinem YouTube Kanal erreicht er beachtliche 4.000 Abonnenten, womit er in Deutschland definitiv dem vorderen Bereich hinsichtlich der Reichweite angehört.

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So ganz einfach ist ihm die Nennung der einen Uhr auch nicht gefallen, wie man an seiner Antwort sieht: „Puh, DIE eine Grail Watch hab ich eigentlich nicht so richtig. Dafür bin ich einfach zu sehr Uhrenfan, als dass ich mich tatsächlich auf eine einzige Uhr festlegen wollen würde. Aber eine Uhr, die für mich die Faszination der Uhrmacherkunst super widerspiegelt, ist die A. Lange und Söhne Datograph Auf/Ab in Platin (in Edelstahl gibt es sie ja nicht) – von der Vorderseite einfach ein toller Chronograph, schlicht, dennoch ein Hauch sportlich durch die Zeiger mit Leuchtmasse und nicht aufdringlich. Aber dreht man die Uhr um, ist es so, als würde man in eine kleine Stadt eintauchen.“

Eine A. Lange & Söhne zeugt prinzipiell sicherlich von einem sehr fortgeschrittenem Geschmack was Uhren angeht. Wenn man in die Welt der Luxusuhren eintaucht, beginnt man meist mit den plakativeren Modellen und je weiter sich der Geschmack dann entwickelt, umso mehr findet man die Nische die den eigenen Gusto widerspiegelt.

Seien es zum Beispiel Chronographen wie bei watchextremist, eine bestimmte Marke wie bei junghansvintage oder eben solch zeitlose Modelle wie die Datograph AUF/AB die sicherlich weniger auffällig sind als eine goldene Rolex Day-Date.

Ihren Namen hat dieses Modell im übrigen von der Anzeige der Gangreserve die mit AUF/AB beschriftet ist. Die Elemente die eine klassische Lange ausmachen, hat sie natürlich auch, wie das ikonische Datum oder die Klarheit des Zifferblatts. Der Saphirglasboden auf der Rückseite gibt einen Blick auf das wunderschöne Werk frei, welches wirklich zu faszinieren vermag.

Ich kann nicht genau beschreiben warum, aber wenn ich persönlich an eine Marke denke die Beständigkeit ausstrahlt, also genau das was man von einer Grailwatch erwartet, kommt mir auch sofort Lange in den Sinn. Preislich darf man die AUF/AB sicherlich der absoluten Luxusklasse zuordnen, aber wie gesagt, eine gewisse Herausforderung sollte mit einer Grailwatch ja auch verbunden sein…

der_echte_uhrensohn: Lange-Besitzer aus Leidenschaft

Auch wenn sich die Überschrift anhört wie ein Untertitel aus einer RTL II Trash-Serie, so ist sie inhaltlich auf den nächsten Sammler zutreffend: Schließlich ist uhrensohn, wie er sich auf Instagram bezeichnet, Lange-Besitzer – und ein überaus stolzer noch dazu. Man muss aber auch sagen, dass die 1815 in seinem Besitz, in Weißgold mit schwarzem Zifferblatt, einfach eine unvergleichliche Schönheit ist. Die Gestaltung des Zifferblatts ist wirklich absolute Perfektion: Kein Detail zu viel und keines zu wenig. Neben der feinen Uhrenauswahl, unter anderem zwei Rolex und eine Nomos, besticht dieser Account außerdem durch die sehr stilvollen und handwerklich perfekten Fotos.

Eine wirkliche Grailwatch hat auch der_echte_uhrensohn nicht, dennoch gewisse Meilensteine die er erreichen möchte. Einer dieser Meilensteine ist beispielsweise ein A. Lange & Söhne Flyback Chronograph mit 30 Jahren.

Im Vergleich zur Saxonia die er ja bereits sein eigen nennt, preislich definitiv nochmal eine Klasse darüber. Optisch gefallen mir persönlich beide exzellent, wobei der Flyback Chronograph technisch natürlich noch einmal eine andere Hausnummer ist. Wenn man die Detailaufnahmen der Werke vom uhrensohn auf seinem Instagram-Kanal betrachtet, dann kann man davon ausgehen, dass jemand die technische Raffinesse, die eine Flyback-Funktion bedeutet, auch wertschätzen kann.

19_kr_67: Fünffach hält besser

Kommen wir nun zu einem Sammler, der seine Nische ganz klar gefunden hat. Es handelt sich um Kai, auf Instagram 19_kr_67 und seine Liebe zur Breitling Aerospace Adventure.

Zwar zeigt er auf seinem Kanal unter anderem auch eine Sinn, eine Tudor und eine Omega aber der Schwerpunkt liegt ganz klar auf der oben erwähnten Breitling, die er gleich in fünffacher Ausführung besitzt: 

„Nach gut 25 Jahren der Uhrenleidenschaft, bin ich inzwischen bei meinem Lieblingsmodell „hängen geblieben“, die Breitling Aerospace Adventure, Ref. E79362. Gebaut wurde die Uhr von 2005 bis 2013. Es handelt sich um eine Titanuhr mit einem COSC  zertifizierten Quartzwerk, welches auch noch in den aktuellen Aerospacemodellen verbaut wird. Für meine Bedürfnisse ist dies die perfekte Alltagsuhr, 100M WD, robust, leicht, sehr ganggenau, wartungsarm und jederzeit gut ablesbar, auch in der Nacht. Viele nützliche Funktionen ( zweite Zeitzone, Datum, Stoppuhr, Wecker, etc.) sind in der Uhr vereint.“

„Die E79362 ist außerdem eine sehr dezente Uhr und wird nur von Kennern als hochwertiger Zeitmesser wahrgenommen, dieser Umstand gefällt mir außerordentlich gut. Inzwischen besitze ich die Aerospace in vier Zifferblattfarben (schwarz, blau, braun und weiß), mit entsprechenden Bandvarianten ist die Uhr sehr wandelbar und passt zu jedem erdenklichen Outfit. Kurz zusammengefasst kann ich sagen, die Breitling E79362 ist für mich verdammt nah an der sagenumwobenen „Exitwatch“.“

tenpastwatch: Klassisches Design mit modernem Innenleben

Kommen wir zur nächsten Grailwatch und zu einer Marke die zu meinem Erstaunen nur ein einziges Mal genannt wurde: Audemars Piguet. Der Uhrenenthusiast tenpastwatch, so sein Instagram-Name, hat in seiner aktuellen Sammlung einen Fokus auf sportliche Uhren, oftmals mit blauem Zifferblatt. Als großer Seiko-Fan kommt man hier voll auf seine Kosten, so zählen unter anderem der absolute Klassiker eine Seiko SKX007* , zwei Seiko 5 Sports und der Chronograph 7t32 zu seiner Sammlung.

Leseempfehlung

Doch der Fokus liegt nicht alleine auf der japanischen Marke, auch eine Tag Heuer und eine Omega Seamaster finden in regelmäßigen Abständen ihren Platz am Handgelenk. Bei der Grailwatch bleibt tenpastwatch sportlich: 

„Meine Grailwatch wäre die Ref. 15407ST.OO.1220ST.01 Royal Oak Double Balanced mit skelettiertem Blatt! Hatte die Uhr vor ein paar Jahren gesehen, als ich mich noch nicht wirklich mit Uhren beschäftigt hatte und fand sie damals wegen dem skelettierten Blatt schön, inzwischen ist dann noch die Begeisterung für die Technik die dahinter steckt dazu gekommen und ich bin ein Fan von skelettierten Blättern – finde es einfach schön, wenn man auch sieht was in der Uhr alles passiert“

Eine exzellente Wahl, die ich persönlich voll nachvollziehen kann. Die Gehäuseform einer Royal Oak bildet für mich, gemeinsam mit der Nautilus, das Nonplusultra in dieser Kategorie. Die Royal Oak Doppelte Unruh Squelette, so die offizielle Bezeichnung, kombiniert mit diesem ikonischen Gehäuse außergewöhnliche Technik. Dank einer zweiten Unruh und einer zweiten Spiralfeder die an der gleichen Achse befestigt werden, soll sie in der Präzision den herkömmlichen Modellen, wenn man dieses Wort bei einer Royal Oak überhaupt in den Mund nehmen darf, überlegen sein.

Da ich leider noch nie eine Royal Oak Double Balanced mit eigenem Auge gesehen habe, kann ich dieses Versprechen von AP leider nicht bewerten, ein faszinierendes Innenleben hat dieses Modell aber auf jeden Fall. Und trotz der filigranen Technik kann man sie ohne schlechtes Gewissen als Sportuhr bezeichnen. Mit einer Gehäusehöhe von 9,9mm ist sie zudem genauso elegant wie ihre Schwestermodelle.

Mit einem Marktpreis von über 80.000€ ist das Modell nicht als erschwinglich zu bezeichnen, aber ich kann absolut nachvollziehen, warum tenpastwatch es als seine Grailwatch bezeichnet.

watch_out_germany: Grailwatch in Reinkultur

An vorletzter Stelle kommen wir nun zu einem Sammler der mit knapp 7.000 Follower auf Instagram eine beachtliche Reichweite vorweisen kann – und das absolut zu Recht, es handelt sich um watch_out_germany.

Die Vielfalt die er auf seinem Kanal präsentiert ist sehr beeindruckend und obwohl die Uhren durchaus verschieden sind, kann man eine klare Stilrichtung erkennen. Besonders gut gefällt mir, dass man neben absoluten Klassikern auch ein paar eher ungewöhnliche Exemplare findet. So gehören eine Speedmaster, eine Submariner, eine GMT Master II und eine Panerai Luminor Marina zur Sammlung aber auch eine Vintage Seamaster, eine Tudor Black Bay und eine Jaeger LeCoultre Master Ultra Thin Moon (die leider die Sammlung temporär verlassen hat).

Neben der Jaeger LeCoultre ist mir besonders auch der Norqain Freedom 60 Chronograph aufgefallen. Ich habe die Marke bisher nur am Rande mitbekommen, muss aber sagen dass sie, umgeben von diesen ganzen Legenden, eine sehr gute Figur macht. Wie bei einigen anderen Sammlern die sich netterweise an diesem Artikel beteiligt haben, fällt auch watch_out_germany die Wahl verständlicherweise nicht ganz so einfach. Neben dem Exemplar welches er letztendlich nennt, sind eine Rolex Daytona (Referenz 116500LN) und ein Patek Philippe Annual Calendar (5205R) noch Mitstreiter wenn es um die Grailwatch geht.

Leseempfehlung

Letztendlich fällt aber auch hier die Wahl auf eine A. Lange & Söhne: „Da sich deine Anfrage allerdings auf eine bezieht, muss ich wohl mit der A. Lange & Söhne (Datograph Perpetual Calendar, Referenz 410.038) gehen. Sie ist für mich ein wahnsinnig tolles Stück an Uhrmacherkunst. Eine Verarbeitung wie vom anderen Stern und sie ist vollgeladen mit Funktionen. Außerdem wurde sie trotz der vielen Funktionen nicht verunstaltet, sondern behält ein aufgeräumtes Dial und ist einfach eine wunderschöne Dresswatch.“
Damit wird in diesem Artikel zum dritten Mal eine A. Lange & Söhne genannt, ich hätte nicht erwartet, dass die Marke so oft fallen wird und bin positiv überrascht.Die Datograph Perpetual verkörpert für mich ebenfalls am meisten was die Marke im Kern ausmacht: Das typische Datumsfenster, perfekte Verarbeitung, eine Vielzahl von Funktionen und trotzdem absolutes Understatement. Mit einer Nomos die zu seinen neuesten Errungenschaften gehört, hat sich watch_out_germany zumindest geografisch schonmal in die Richtung der A. Lange & Söhne bewegt. Und wenn man sich diese beeindruckende Kollektion so anschaut, bin ich davon überzeugt, dass wir eines Tages noch das zuvor erwähnte Meisterwerk erblicken werden.

uhrenfreund_bh: Der krönende Abschluss

Nun befinden wir uns bereits am Ende dieses Streifzugs quer durch das Land der Uhrenjäger und Sammler und schließen diesen ab mit einem Besuch bei dem Instagram-Profil von uhrenfreund_bh. Und dies wird sprichwörtlich nochmal ein krönender Abschluss, denn die Marke mit der Krone ist hier äußerst präsent. Wobei äußerst in diesem Fall noch untertrieben ist, denn in Realität liegt äußerst in diesem Fall bei ausschließlich.

Wenn man sich auf so eine exklusive Marke spezialisiert hat, ist es natürlich logisch, dass die Sammlung hinsichtlich der Anzahl überschaubarer ist, als beispielsweise eine Seiko-Sammlung. Doch was uhrenfreund_bh hier vorweisen kann ist sehr eindrucksvoll: Eine Datejust mit blauem Zifferblatt, eine Submariner Bicolor sowie eine weitere Datejust die sich augenscheinlich in Familienbesitz befindet.

So verwundert es nicht, dass er die Frage nach der Grailwatch auch mit einer Rolex beantwortet: „Meine Grail-Rolex ist die Daytona 116519LN. Besonders: tolle Historie, in Weißgold ein gewisser Luxus, ein wunderschönes silberfarbenes Zifferblatt und durch das Oysterflex Band modern in Szene gesetzt. Einfach ein Luxus-Panda.“

Leseempfehlung

Damit steht es am Ende 3:3 in dem Duell zwischen A. Lange & Söhne und Rolex, was ich in dieser Form nicht erwartet hätte. Vielmehr hätte ich neben Rolex mit einer weiteren Marke aus der Schweiz gerechnet, doch bin umso positiver von diesem Ergebnis überrascht. Wer den Artikel so weit gelesen hat und sich an dieser Stelle fragt was meine persönliche Grail Watch ist: Eine Ressence Type 1N „Night Blue“. Die Technik und die Art die Zeit anzuzeigen, haben mich von der ersten Sekunde an begeistert. Und ja, in einer kompletten Fantasiewelt würde die Type 3 wahrscheinlich ganz oben auf der Liste stehen, aber da ich fest damit plane, dass es nicht bei einer endlosen Jagd nach den heiligen Gral bleibt, bleibe ich preislich dann doch lieber in halbwegs realistischen Gefilden.

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